Der Darm ist eines unserer wichtigsten Organe. Lange vernachlässigt, steigt er nun zum Star in der Wissenschaft und Presse auf. Viele wissenschaftliche Studien untersuchen die genaue Wirkungsweise auf Immunsystem, Körpergewicht und Gehirnfunktion und seinen Einfluss bei Erkrankungen. Und in der Presse tauchen immer wieder neue Wahrheiten zum Thema “Reizdarm” auf. Zahlreiche sogenannte Darmpräparate mit Bakterien und / oder Verdauungshelfer werden als “die Lösung bei Reizdarm” angeboten. Doch der Darm ist so individuell wie Sie. Daher sollten Darmprobleme individuell behandelt werden. Ein Darmmittel, das allen hilft, gibt es nicht. Jedes Darmproblem braucht individuell Fürsorge.

 

Nicht Haut und Lunge sind die Hauptkontaktflächen zur Umwelt, sondern auch unser Darm. Er macht ausgebreitet circa 400 Quadratmeter aus, während die Haut nur zwei Quadratmeter und die Lungen-Schleimhäute 100 Quadratmeter umfassen. Dabei ist der Darm in einem Dilemma: Er muss die in den Lebensmitteln enthaltenen Nährstoffe durchlassen, die Schadstoffe und krankmachenden Bakterien aber nicht. Damit dies problemlos funktioniert, ist die Darmbarriere ein ausgeklügeltes System aus mehreren Komponenten. Stellt man sich den Darm als ein Rohr vor, so liegen von innen nach außen: Mikrobiota (auch Darmflora genannt), Darmschleim, Antikörper-Schutzschicht, Darmschleimhaut, Darmimmunsystem, enterales Nervensystem und Darmmuskulatur. Alle Komponenten stehen miteinander in Kontakt und beeinflussen sich gegenseitig.

 

Das Darmmilieu ist entscheidend für Ihre Gesundheit

Ungesunde Ernährung, zu wenig Trinken, Stress, Antibiotikabehandlung, Immunsuppression, bestimmte Arzneimittel, Zusatzstoffe, Funktionseinschränkungen von Verdauungsorganen wie Leber, Galle und Pankreas, Entzündungen der Darmschleimhaut, mangelnde Peristaltik und ein stark saurer oder alkalischer pH-Wert können das Darmmilieu ungünstig verschieben. Langfristik kann dies zu einer Schädigung der Darmbarriere führen, so dass Schadstoffe oder harmlose Nahrungsbestandteile wie Gluten, Laktose oder Milcheiweiß  ungespalten in die Blutbahn gelangen, So weisen neue wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass die zunehmenden Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten nicht die Ursache, sondern das Resultat einer geschädigten Darmbarriere sind. Auch Symptome wie Verstopfung oder Durchfall, Blähbauch, Bauchdruck oder Völlegefühl können entstehen. Bis zu 15 Millionen Deutsche leiden unter diesem mysteriösen Reizdarm. Und auch bei Übergewicht gibt es erste Hinweise für eine veränderte Mikrobiota mit einhergehenden Entzündungen und gestörter Darmbarriere. Bisher ist jedoch ungeklärt, ob die Veränderungen Ursache oder Folge von Übergewicht sind.

 

Der Darm als Immuntrainer

Nahezu 80 Prozent der Immunzellen sind im Darm lokalisiert. Der ständige Kontakt der Nahrung mit den Immunzellen im Darm trainiert diese auf krankmachende Eindringlinge. Die erhaltenen Informationen werden an das Immunsystem weitergegeben und helfen bei der Immun-sensibilisierung anderer Körperoberflächen. So entwickeln Kinder während ihres Lebens weniger Allergien, wenn Sie in Kontakt mit Bauernhof-Tieren stehen – und so mehr Kontakt mit Bakterien haben. Also: Ist der Darm angeschlagen, leidet auch die Immunabwehr.

 

Der Volksmund sagt: Er hat Schiss!

Eine Zunahme von Stress kann negativ auf das Darmmilieu wirken: Es wird weniger Darmschleim gebildet, die Mikrobiota verändert sich, die zelluläre Immunabwehr wird geschwächt. Eine höhere Durchlässigkeit der Darmschleimhaut und Entzündungsreaktionen sind die Folge. Die Peristaltik kann verstärkt oder vermindert sein. Andererseits kann ein gut funktionierendes Darmmilieu Stressreaktionen abpuffern und sogar die Stimmung heben. Denn manche Darmbakterien sind in der Lage, das körpereigene Beruhigungsmittel GABA, ein Neurotransmitter, zu produzieren. Und nicht zu vergessen: Das enteritische Nervensystem (auch Bauchhirn genannt) ist das größte neuronale Netzwerk außerhalb des zentralen Nervensystems. Es ist Bestandteil des vegetativen, nicht bewusst gesteuerten Nervensystems. Seine Rezeptoren erkennen Wärme, Kälte, Druck, Schmerz und nehmen sogar Inhaltsstoffe in der Nahrung wahr. Sie  senden die Reize über Schaltstellen weiter an die glatte Muskulatur (Muskulatur, die nicht dem Willen unterworfen ist), an Schleimhäute, das Immunsystem, die Blutgefäße oder das Gehirn. Etwa 90 Prozent der Informationen werden vom Darm zum Gehirn und nur 10 Prozent vom Gehirn zum Darm übermittelt. Die Information wird über Nervenreize, Botenstoffe wie Neuropeptide und Hormone übermittelt. Erste Studien zeigen mit dem Einsatz von probiotischen Bakterien gute Erfolge bei Depression und Ängsten.

 

Bei folgenden Symptomen / Erkrankungen sollten Sie Ihr Darmmilieu überprüfen lassen:

  • Darmerkrankungen: Durchfälle, Verstopfung, Blähbauch, Krämpfe, Reizdarm, chronisch-entzündliche Erkrankungen
  • Nahrungsintoleranzen
  • Allergische Erkrankungen: Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma
  • Infektanfälligkeit: Atemwegs-, Harnwegsinfekte, Mykosen
  • Rheumatische Erkrankungen: Rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie
  • Migräne
  • Depression, Ängste
  • Gestörtes Hautbild, ständige Schlappheit und Müdigkeit

 

Die BKK advita bietet Versicherten ein neues und individuelles Programm “Darmgesund mit dem ICH-Faktor” zusammen mit dem RICHTIG-ESSEN-INSTITUT an. Sie erhalten das Programm auf ärztliche Verordnung bei den angegebenen Symptomen:

  • Individuelle Erstanamnese zur Erfassung Ihrer Beschwerden, Wünsche und Ziele.
  • Stuhlanalyse mit Nachweis Ihres aktuellen Darmmilieus: Bestimmung von Stuhlflora, unverdauten Nahrungsbestandteilen im Stuhl, Durchlässigkeit der Darmschleimhaut, Immunfunktionen.
  • Überprüfung Ihres Ess- und Stressverhaltens und möglicher sonstiger Einflussfaktoren auf das Darmmilieu.
  • Zwei Folgeberatungen zu je 45 Minuten: Individuelle Ernährungsempfehlung und Zusammenstellung der Mahlzeiten aufgrund Befindlichkeit, Stresstyp und Stuhlanalyse eventuell gezielte Ergänzung durch Probiotika, Ballaststoffe, Bitterstoffe.

 

Günstigere Konditionen für BKK advita Versicherte

Die Kosten für das individuelle Programm ” Darmgesund mit dem ICH-Faktor” betragen für die Versicherten der BKK advita für eine persönliche Beratung 315 Euro und für eine telefonische Beratung 269 Euro. Versicherte der BKK advita können im Rahmen der ergänzenden Leistungen zur Rehabilitation (§43 SGB V) einen Zuschuss in Höhe von 120 Euro erhalten. Bitte fragen Sie  Ihren Kundenberater nach der ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung, die der Krankenkasse im Vorfeld vorliegen muss.

 

Quellenangaben:

  • Beckmann G., Rüffer A.: Mikroökologie des Darmes, Labor L+S AG, Bad Bocklet, 2010
  • DGE: Essen und Trinken bei Reizdarmsyndrom, Bonn, 2013
  • Poschwatta-Rupp S., Das Bauchhirn besser verstehen; VFED aktuell 143, 2014
  • Weiche I., Darmflora und Adipositas; Adipositas 4/2015
  • Weiche I., Darm – Opfer von Stress, Adipositas 2/2016

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