FÜR PFLEGENDE

Unterstützung von Pflegepersonen

Die Pflege eines Angehörigen erfordert Zeit und Kraft. Da ist es beruhigend zu wissen, dass Pflegepersonen im Rahmen der Pflegetätigkeit durch Unfall- und Rentenversicherung abgesichert sind.

 

Unfallversicherung für Pflegepersonen

Als ehrenamtliche Pflegeperson sind Sie beitragsfrei gegen Unfälle bei der Pflege versichert. Das gilt auch auf Wegen, die mit der Pflege zusammenhängen. Voraussetzungen:

  • Die Pflegebedürftigkeit der betreuten Person wurde festgestellt.
  • Die Pflegeperson erhält bis auf das Pflegegeld kein Entgelt.
  • Die Pflege erfolgt in häuslicher Umgebung.

Einen Antrag brauchen Sie für die Unfallversicherung nicht zu stellen. Sie sind als ehrenamtlich Pflegende/r dort automatisch versichert.

 

Rentenversicherung für Pflegepersonen

Die BKK advita übernimmt während der gemeldeten Pflegezeit die zusätzliche Einzahlung für die Rentenversicherung der Pflegeperson. Dabei müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ehrenamtliche Pflege eines oder mehreren Pflegebedürftigen in häuslicher Umgebung, mindestens 14 Stunden pro Woche.
  • Die Pflegeperson ist nicht mehr als 30 Stunden pro Woche anderweitig erwerbstätig.
  • Die Pflegeperson bezieht keine gesetzliche Altersrente.

 

Auf Antrag versichern in der Arbeitslosenversicherung

Ehrenamtlich Pflegende, die nicht anderweitig arbeitslosenversichert sind, können sich unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag in der Arbeitslosenversicherung versichern. So können sie ihre Ansprüche an die Arbeitslosenversicherung bewahren. Dazu ist ein Antrag bei der Agentur für Arbeit nötig. Die Beiträge dafür zahlen sie selbst. Mehr dazu erfahren Sie bei der Agentur für Arbeit.

 

Besonderheiten während der Pflegezeit

Vom Job freigestellt für die Pflege?

Wer einen nahen Angehörigen wie beispielsweise den Ehepartner, die Eltern oder gar ein Kind zu Hause pflegt, kann sich von der Arbeit freistellen lassen. Als Arbeitnehmer haben Sie sogar Anspruch auf eine bezahlte Pflegezeit.

Folgende Möglichkeiten hat der Gesetzgeber vorgesehen:

 

1. Bezahlte Pflegezeit von zehn Tagen

Seit 2015 haben Sie als Arbeitnehmer das Recht auf eine bezahlte Pflegezeit, wenn Sie einen nahen Angehörigen pflegen müssen und dem Job nicht länger als zehn Tage fernbleiben. In diesem Fall kommt die gesetzliche Pflegeversicherung des Angehörigen für die kurzfristige Auszeit auf, den sie zahlt 90 Prozent Ihres ausbleibenden Nettoeinkommens.

 

Während der zehn Tage bleiben Sie beitragsfrei bei der BKK advita kranken- und pflegeversichert.

 

2. Darlehen für sechs Monate Pflegezeit

Wenn Ihnen die zehn Tage nicht reichen, können Sie sich auch teilweise oder vollständig für bis zu sechs Monate vom Job freistellen lassen. Sie haben das Recht auf ein zinsloses Darlehen, das den entstandenen Verdienstausfall ausgleichen soll. Der Antrag auf Förderung stellen Sie bitte beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

 

3. Familienpflegezeit

Wenn Sie als Angehöriger pflegen, dann haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Familienpflegezeit. Bis zu 24 Monate lang können Sie sich von einem Teil Ihrer wöchentlichen Arbeitszeit freistellen lassen. Allerdings müssen Sie noch mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten. Eine ausdrückliche Zustimmung Ihres Arbeitgebers zur Familienpflegezeit ist dafür nicht nötig. Das Recht auf Gehaltsausgleich haben Sie allerdings nicht.

 

Um die Verdiensteinbußen während der reduzierten Arbeitszeit auszugleichen, sieht der Gesetzgeber zwei Möglichkeiten vor. Zum einen können Sie beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ein zinsloses Darlehen beantragen. Zum anderen kann Ihr Arbeitgeber während der Familienpflegezeit Ihr Gehalt aufstocken. Den Aufstockungsbetrag nimmt er aus einem Wertguthaben, das Sie vor oder nach der Pflegephase durch Mehrarbeit ansparen. Der Betrag, durch den Ihr Gehalt aufgestockt wird, ist maximal so hoch wie die Hälfte der Differenz zwischen Ihrem alten Gehalt und dem Gehalt, das Sie – ohne den Aufstockungsbetrag – mit der reduzierten Arbeitszeit erhalten würden.

 

Ein Beispiel: Wenn Sie Ihre Arbeitszeit um die Hälfte reduzieren und deshalb auch nur die Hälfte Ihres bisherigen Gehalts bekommen, stockt Ihr Arbeitgeber den Betrag bis maximal zur Hälfte des fehlenden Gehalts auf. Sie erhalten also im Höchstfall insgesamt 75 Prozent Ihres bisherigen Gehalts ausgezahlt.

 

Tipps und Hinweise für die Pflegezeit finden Sie auch auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

SOZIALVERSICHERT WÄHREND DER SECHS MONATE PFLEGEZEIT

Kranken- und Pflegeversicherung

Erfolgt während der Pflegezeit bis zu sechs Monate nur teilweise eine Freistellung von der Arbeit, bleiben Sie in der Regel weiter als Arbeitnehmer/in versichert. Für Ihre Kranken- und Pflegeversicherung ändert sich also nichts.

 

Für den Fall, dass Sie noch einen Minijob ausüben, müssen Sie sich anderweitig versichern. Das gilt auch, wenn Sie sich voll von der Arbeit freistellen lassen. Falls die Voraussetzungen dafür gegeben sind, können Sie sich dann zum Beispiel beitragsfrei familienversichern lassen.

 

Familienversicherung

Sollte eine Familienversicherung nicht möglich sein, können Sie sich freiwillig in der BKK advita versichern. Dann zahlen Sie eigene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Sie können dafür bei der Pflegekasse Ihres Angehörigen einen Beitragszuschuss beantragen. Das gilt auch, wenn Ihr Angehöriger privat pflegeversichert ist.

 

Arbeitslosenversicherung

Wenn Sie unmittelbar vor Beginn der Pflegezeit in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert waren, übernimmt die Pflegekasse Ihres Angehörigen während der Pflegezeit Ihre Beiträge.

 

Rentenversicherung

Wenn Sie Ihren Angehörigen mindestens 14 Stunden wöchentlich pflegen, kann die Pflegezeit als Pflichtbeitragszeit in der Rentenversicherung gewertet werden. Ihr Angehöriger muss außerdem Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten. Hier kann Ihnen Ihre Rentenversicherung Auskunft erteilen.

 

Sozialversichert während der Familienpflegezeit

Sie bleiben weiterhin in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig. Ihre Beiträge werden aus dem reduzierten Gehalt in der Pflegephase inklusive des Wertguthabens berechnet. Sollten Sie versicherungsfrei sein oder durch Ihr reduziertes Entgelt unter die Versicherungspflichtgrenze fallen, dann können Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen.

 

Bitte informieren Sie Ihre BKK advita

Bevor Sie die Pflegezeit nutzen, informieren Sie uns bitte darüber. Wir prüfen dann, ob Sie beitragsfrei familienversichert werden können. Wenn nicht, versichert die BKK advita Sie freiwillig weiter. Dann fallen Beiträge für Sie an. Zu diesen Beiträgen können Sie einen Zuschuss bei der Pflegekasse des zu Pflegenden beantragen.

 

Pflegezeitversicherung

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Sie während der Familienpflegezeit eine sogenannte Pflegezeitversicherung abschließen müssen. Sie sichert Ihren Arbeitgeber ab, falls Ihnen etwas zustoßen sollte. Die Versicherung können Sie selbst oder Ihr Arbeitgeber bei einer privaten Versicherung abschließen.

 

Wenn Sie sich als Berufstätiger während der gesetzlichen Pflegezeit voll von der Arbeit freistellen lassen, um einen nahen Angehörigen zu pflegen, zahlt die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Dafür spielt die wöchentliche Pflegezeit keine Rolle.

 

Beratung vor Ort

Nutzen Sie die Beratungskompetenz einer der über 550 Pflegestützpunkte in Deutschland.
Die Mitarbeiter der Pflegestützpunkte beraten Sie nicht nur zur Antragsstellung, Versicherungspflicht und Unterstützungsangeboten rund um Pflege und Ersatzkräften bei Verhinderung sondern auch über Pflegehilfsmittel.
Vereinbaren Sie direkt in einem der Pflegestützpunkte einen Termin. Die Mitarbeiter kommen direkt zu Ihnen nach Hause.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums.

 

Psychologische Hotline für Pflegende 

Die ehrenamtliche Pflege ist sehr oft mit seelischen Belastungen verbunden. Hier unterstützen wir unsere Versicherten gezielt mit der psychologischen Hotline der BKK advita – Pro perspektive.

 

Auszeit für Pflegende

Sie müssen sich einmal erholen von der Pflege? Wir unterstützen die bei der BKK advita versicherten Pflegenden mit dem Programm fit for well. Diese Auszeit  nach dem AKON-Konzept bietet einen Hotelaufenthalt inklusive Halbpension und einem umfänglichen  Kursangebot rund um die Prävention. Sie erhalten einen Zuschuss in Höhe von 160 Euro.

Hier geht’s zum fit for well Programm.

 

SIE HABEN NOCH FRAGEN?

Haben Sie noch Fragen zur Pflegeversicherung für Pflegende? Sprechen Sie uns an. Wir freuen uns auf Ihren Anruf unter 06731 9474 350 oder schicken Sie uns eine E-Mail an pflege@bkk-advita.de.

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