Sport und Bewegung bei Diabetes

Expertenchat am 10. Juli

 

Bewegung ist die beste Medizin – ganz besonders bei Diabetes. Oft kommt durch regelmäßige Aktivität der Stoffwechsel ins Gleichgewicht und der Insulinbedarf kann erheblich reduziert werden. In einigen Fällen wird das lästige Insulinspritzen gleich ganz überflüssig. Wie viel Bewegung und welche Sportart der Krankheit so richtig das Fürchten lehren und was es für Sie persönlich beim Thema Sport und Bewegung zu beachten gibt, erfahren Sie in unserem Expertenchat am 10. Juli 2017 um 20.30 Uhr.

 

 

 

Der Experte

 

Dr. phil. Martin Röhling hat in Magdeburg und Leipzig Sportwissenschaft studiert. 2017 folgte die Promotion an der Bergischen Universität Wuppertal über die Wechselwirkungen von körperlicher Aktivität und Diabetes. Heute arbeitet Herr Dr. Röhling als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf. Außerdem ist er Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Diabetes, Sport und Bewegung der Deutschen Diabetes Gesellschaft e.V.

 

 

 

 

 

Interview

 

Warum müssen Diabetiker, die Sport treiben wollen, besonders achtsam sein?

 

Patienten mit Diabetes charakterisieren sich durch unterschiedliche Begleiterkrankungen, welche sich in Folge des Diabetes entwickeln können. Orthopädische, kardiologische sowie neurologische Einschränkungen müssen bei der Sporttherapie berücksichtigt werden. Ein ärztliches Konsil, insbesondere bei Sportanfängern oder -wiedereinsteigern ist obligatorisch.

 

Gibt es dabei spezielle Unterschiede zwischen Typ 1-Diabetikern und Typ 2-Diabetikern?

 

Leitlinien sowie Diabetesfachgesellschaften empfehlen körperliche Aktivität für Patienten mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes. Generell unterscheiden sich beide Diabetestypen nicht in den Empfehlungen. Insbesondere beim Typ-1-Diabetes liegt der Fokus auf der Prävention vor Hypoglykämien durch Verbesserung des Diabetes-Managements infolge körperlicher Aktivität. Beim Typ-2-Diabetes nimmt insbesondere das zum Teil hohe Körpergewicht der Patienten Einfluss auf die Ausübung von körperlicher Aktivität.

 

Eignet sich jede Sportart gleichermaßen auch für Diabetiker?

 

Nicht jede Sportart eignet sich für Patienten mit Diabetes. Die Behandlung des Diabetes mellitus umfasst entsprechend der Leitlinien ein ganzheitliches Therapiekonzept im Sinne einer bio-psycho-sozialen Intervention. Gerade Sport, im speziellen Mannschaftssport, eignet sich im besonderen Maße dazu, psychosoziale Aspekte neben den biologischen zu vermitteln – bei gleichzeitig äquivalent hohen medizinischen Verbesserungen im Vergleich zu herkömmlichem Training auf dem Ergometer. Der Diabetes bedeutet für die Mehrzahl der Betroffenen akut keine merklichen Einschränkungen und Konsequenzen in Lebensqualität und Gesundheit. Allerdings kann eine mehrjährige Diabeteserkrankung, insbesondere bei unzureichender Stoffwechseleinstellung, für den Sporttreibenden Einschränkungen in der Sportpartizipation zufolge haben. Unter Beachtung dieser medizinisch begründeten Empfehlungen soll dann letztlich die betroffene Person, bestenfalls gemeinsam mit einer Bewegungsfachkraft, aus dem großen Spektrum an Sportarten die für sie passende und motivierende auswählen und möglichst regelmäßig realisieren.

 

Gibt es spezielle Sportgruppen für Diabetiker?

 

Bei bestehender körperlicher Funktionsbeeinträchtigung bzw. -einschränkung, hat der Gesetzgeber festgelegt, dass sowohl die Krankenkassen als auch die Rentenversicherungsträger durch Training oder Bewegungstherapie als sog. ergänzende Leistungen die Rehabilitation finanziell unterstützen müssen. Weiterhin gibt es Rehabilitationssportvereine, Physiotherapiepraxen sowie gesundheitsorientierte Fitness-Studios die eine adäquate Möglichkeit der Sporttherapie ermöglichen.

 

Wo erhält man fachkundige Hilfe zum Thema?

 

Der Allgemeinarzt berät nicht nur zum Thema körperliche Bewegung, sondern stellt auch in der Regel den Ausgangspunkt für die Verordnung von Sporttherapie dar. Aufgrund von Kooperationsverbünden und der Entwicklung von Netzwerken steigt in Deutschland zusehends die Qualität der medizinischen Therapieangebote. Exemplarisch hierfür kann der Kreissportbund Minden-Lübbecke mit der diabetologischen Schwerpunktpraxis Diabeteszentrum Minden erwähnt werden. In diesem Bewegungsnetzwerk kooperieren lokale Rehabilitationssportvereine, Physiotherapiepraxen sowie gesundheitsorientierte Fitness-Studios für eine bestmögliche medizinische Versorgung.

 

Weitere wichtige Ansprechpartner:

 

Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Sport der DDG e.V.

Billmericher Dorfstr. 4d, 59427 Unna

Tel.: 02303-8871322, Fax: 02303-882371

info@diabetes-sport.de info@diabetes-sport.de

http://www.diabetes-sport.de/

 

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR)

Solmsstraße 18, 60486 Frankfurt / Main

Tel.: 069 / 60 50 18-0, Fax: 069 / 60 50 18-29

info@bar-frankfurt.de

http://www.bar-frankfurt.de

 

 

Hier gelangen Sie am 10. Juli 2017 zum Expertenchat: Sport und Bewegung bei Diabetes

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